Wenn die Narzissen im Frühling ihre gelben Blüten öffnen, dann weiß ich: Jetzt ist die dunkle Jahreszeit endgültig vorbei! Dieses erste, leuchtende Gelb im Garten macht einfach gute Laune. Und falls draußen noch nichts blüht, holt man sich den Frühling eben ins Haus. Ein paar Osterglocken in der Vase oder im Topf – und schon hat man ein wunderschönes Zeichenmotiv!


Es ist schon eine Herausforderung, die Blüten aus unterschiedlichsten Winkeln einzufangen. Manche schauen direkt nach vorne, andere drehen sich zur Seite, wieder andere neigen sich nach unten. Genau das macht sie aber zu einer großartigen Zeichenübung.
Ich stelle die Blumen gerne so hin, dass ich sie von verschiedenen Positionen betrachten kann. Beim Zeichnen hilft es übrigens, ein Auge zu schließen. Klingt erstmal komisch – aber dadurch „nimmt man das 3-Dimensionale raus“ und erkennt Formen, Linien und Proportionen viel klarer. Plötzlich sieht man, die Blütenblätter überlappen sich ganz anders als gedacht.


Hier ein paar kleine Mini-Tipps:
- Wirklich nur ganz leicht mit dem Bleistift aufdrücken.
- Mit lockeren Linien beginnen – nicht sofort „perfekt“ zeichnen wollen.
- Erst die Grundform erfassen, dann nach und nach die Details herausarbeiten.
Diese Vorzeichnungen sind für mich Grundlage aller Bilder. Wenn ich die Form realistisch eingefangen habe nehme ich einen dünnen Minenbleistift 0,3 oder 0,5 und zeichne alle „richtigen“ Linien nach und radiere alle nun überflüssigen Nebenlinien weg. Hier nehme ich gerne Knetradiergummi.


Und dann kommt natürlich die Farbe ins Spiel. Ohne Farbe geht bei mir nichts 😊
Spannend war diesmal für mich vor allem das viele Gelb. In meinen Bildern bewege ich mich sonst eher im Magenta-, Pink- oder Rotbereich. Umso schöner war diese Abwechslung! Verschiedene Gelbtöne zu mischen – hat richtig Spaß gemacht.
Für Tiefe arbeite ich mit Gelb und Braun oder Lila. Schwarz verwende ich gar nicht. Dadurch wirken die Blüten natürlicher. Licht entsteht nicht nur durch weiße Stellen, sondern vor allem durch Kontraste. Hier habe ich die Farbe in mehreren Schichten aufgebaut – erst eine wässrige Grundierung und nach dem Trocknen wurden die intensiveren Farben aufgetragen.


Malen lernt man durch Ausprobieren. Durch Fehler. Durch Beobachten. Wenn du gerne zeichnest, schnapp dir ein paar Blümchen, stell sie in eine Vase, dreh sie ins Licht – und leg einfach los. Mehr braucht es oft gar nicht.


Und weil ich sowieso so im Narzissen-Flow war, habe ich zusätzlich noch eine Narzisse aus Krepp-Papier gebastelt. Das war mal etwas ganz Besonderes für mich, denn normalerweise gestalte ich fast ausschließlich Mohnblüten.
Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Zeichnen

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